Eröffnung der Räume


Am 1. Februar 2014 wurde der Treffpunkt Friedhof im Beisein zahlreicher Gäste eingeweiht.
Peter Walther von der SOH sowie Bürgermeister Peter Schneider sprachen sich anerkennend über die bisherige Arbeit des Vereins aus. Beide zeigten die Bereitschaft, den Verein nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Dekanin Reiss für die evangelische und Barbara Wolf für die katholische Kirche sprachen Segensworte. Im Anschluss war Gelegenheit, bei Kaffe und Kuchen mit Mitgliedern des Vereins zu sprechen und die Räume zu besichtigen.




Aus der Rede von Alexander Kaestner zur Eröffnung:


Treffpunkt Friedhof  -  ein ungewöhnlicher Treffpunkt. In vier Punkten stelle ich Ihnen  vor, was ihn ausmacht:
1. Er hat eine Vorgeschichte: Im Mai 2009 gab es eine erste Versammlung von Interessierten, angestoßen von Stadtrat Weiß und Herrn Peter Walther, die sich für eine Trauerbegleitung auf dem Offenbacher Friedhof aussprachen. Kirchenleute und andere waren der Meinung, es gebe so etwas wie eine Friedhofskultur. Sie taten sich zusammen und beschlossen, in Offenbach das Ihre dazu beizutragen. Sie sagten: Verschiedene Traditionen, Religionen, Kulturen treffen an diesem Ort aufeinander. Das ist eine Chance. Lasst uns etwas tun gegen das Tabu Friedhof -  er ist auch ein Ort der Lebenden.
2. Treffpunkt Friedhof ist ein Verein, vor gut einem Jahr gegründet von einigen wenigen Mitgliedern, die von einer ganzen Reihe von interessierten Menschen unterstützt werden. Der Verein lebt von einer Idee oder sollte ich sagen: einer Vision. Kurz ausgedrückt mit dem Motto: Leben und Tod gehen Hand in Hand. Lasst uns darüber reden.
3. Treffpunkt Friedhof ist auch ein Gebäude, vom Eigenbetrieb der Stadt Offenbach dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt und mit Spendengeldern renoviert. Aus dem alten, etwas herunter gekommenen Verwaltungsgebäude ist ein kleines Schmuckstück geworden -  von der dahinter stehenden Idee und der Ausführung her einmalig in Hessen. Offenbach kann darauf stolz sein. Dass es so gut gelungen ist, verdanken wir vor allem dem Künstler Anton Würth. Er hat seinen Auftrag nicht darin gesehen, Wände anzumalen oder freie Flächen zu dekorieren. Durch seine Bilder haben die Räume ein besonderes Profil bekommen: kein Sakralbau, kein Gebetsraum, kein Symbol dieser oder jener Religion – und doch ein besonderes Gebäude mit einer Atmosphäre von Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit, einer eigenen Art von Würde. Er hat mit seinen Bildern eine Sprache gefunden, die über die Grenzen von Religion und Kultur hinweg verständlich ist. Seine Bildersprache  ist dem Thema, dem Motto des Hauses angemessen: Leben und Tod gehen Hand in Hand.
4. Treffpunkt Friedhof ist schließlich eine Plattform, eine Gelegenheit, eine Chance für alle, die unter diesem Motto zusammenkommen, reden, diskutieren, sich austauschen wollen. Der Treffpunkt Friedhof soll mit Leben erfüllt werden und dazu könnten viele beitragen: die Religionsgemeinschaften, die Bestattungshäuser, die Hospizinitiative, Buchautorinnen und – autoren und viele andere mehr.